Der Hambacher Wald

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Greenpeace Braunschweig ruft zum Erhalt des Hambacher Walds und zum sofortigen Kohleausstieg auf!

Am 15. September 2018 informierten wir Passant*innen auf dem Schlossplatz in Braunschweig über die drohende Rodung des Hambacher Walds und die Auswirkungen der Braunkohleverstromung auf den Klimawandel. Mit Flyern und gesammelten Unterschriften für eine deutschlandweite Petition gegen die Abholzung des Hambacher Walds, fordern wir zum einen den Erhalt des Waldes und zum anderen einen erfolgreichen Abschluss der Kohlekommission, der einen raschen Ausstieg aus der Kohle vorsieht.

Die Fakten:

Der Hambacher Wald in Nordrhein-Westfalen besteht seit der letzten Eiszeit und ist damit eines der ältesten Wälder in Deutschland. Etwa 50 % der ursprünglich bewaldeten Fläche bestand aus Laubwald, mit einem Alter von bis zu 12000 Jahren. Über die Jahrtausende hat sich ein sehr vielfältiges Ökosystem mit der größten Eichen-Hainbuchenwaldfläche innerhalb der atlantischen biogeographischen Region Deutschlands entwickelt. Diese Art von Wald steht unter dem besonderen Schutz des Anhangs 1 der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH_RL).  Der Wald ist außerdem Lebensraum und Rückzugsgebiet für seltene und europarechtlich geschützte Tiere wie etwa die Bechstein Fledermaus, Haselmaus und dem Springfrosch.

Die Braunkohle ist der klimaschädlichste aller fossilen Energieträger. Die Kraftwerke im rheinländischen Braunkohlegebiet sind alleine für ca. 13% der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Beispielsweise produziert das RWE Kraftwerk „Neurath“ 31 Millionen Tonnen CO2. Damit ist es das dreckigste Kraftwerk in Deutschland und das zweit dreckigste in Europa. Neben dem klimaschädlichen CO2 werden bei der Gewinnung von Braunkohle große Teile der Natur zerstört. Mit dem Tagebau in Hambach wurde 1978 begonnen und 2045 soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Der gesamte Tagebau nimmt eine Fläche von 85km2 ein und bildet zwischen Bergheim und Jülich das „größte Loch Europas“. Insgesamt befinden sich etwa 2,5 Milliarden Tonnen Kohle in der Umgebung des weltgrößten Braunkohletagebaus. Bei einer Förderungsrate von 43 Millionen Tonnen pro Jahr verursacht dies eine Bewegung und Umwälzung des sechsfachen an Erde. Während des Bestehens wurden sechs Dörfer und mehr als 5.000 Menschen umgesiedelt (Stand 2017). Bis 2026 werden 42.000 Menschen in Folge der Tagebauerweiterung ihr zu Hause verlassen haben müssen. Die Auswirkungen des Tagebaus sind nicht alleine auf die unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Abbau der Braunkohle führt auch zu einem Anstieg der Staubbelastung in umliegenden Regionen. Ein weiteres Problem stellt die „Trockenlegung“ des Tagebaus dar. Damit dieser nicht voll Wasser läuft, muss Grundwasser abgepumpt werden mit negativen Folgen für umliegende Flüsse und Sumpfgebiete.

Der Braunkohletagebau in Hambach ist ein dramatisches Beispiel dafür, wie gesetzliche Vorgaben zum Schutz von Lebensraumtypen und Arten regelmäßig der Gewinnung von Braunkohle untergeordnet und letztendlich ausgehebelt werden.