Der neue Hagenmarkt

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Im Herbst 2017 entwurzelte der Sturm Xavier mehrere Bäume auf dem Hagenmarkt. Seitdem diskutiert Braunschweig, ob und wie die Fläche neu begrünt werden soll. Durch den Stadtbahnausbau steht darüber hinaus fest, dass eine neue Straßenbahnhaltestelle nördlich des Platzes integriert wird.

Während die Stadt Bürgerforen zu der Neugestaltung veranstaltet und ein Architekturbüro bereits mit ersten Entwürfen beauftrag hat, hat auch das Aktionsbündnis MoVeBs (zur Verbesserung von Mobilität und Verkehr in Braunschweig) einen eigenen Plan vorgestellt, der den Hagenmarkt in einen belebten Platz verwandeln soll. Die Stadtbahn würde quer über den Platz verlaufen, wo auch die zusätzliche Haltestelle untergebracht wird. Der KFZ-Verkehr würde reduziert und beruhigt werden.

Der oben abgebildete Entwurf und weitere Informationen sind unter http://movebs.de/?cat=8 zu finden.

Bei dem zweiten Bürgerforum der Stadt am 26.06.2018 wurden verschiedene Entwürfe des Planungsbüros „Ackers Partner Städtebau“ besprochen (https://www.neue-braunschweiger.de/vier-entwuerfe-viele-fragen-erster-workshop-geriet-zaeh/). Diese Entwürfe sind allerdings nicht so mutig wie die von MoVeBs und versuchen nicht die aktuelle Aufteilung des Hagenmarktes zu durchbrechen, sondern den Status quo zu erhalten. Die Neuerung ist hier eine Umgestaltung des Platzes sowie die neue Stadtbahn-Haltestelle, die zwischen den Fahrspuren platziert werden würde.

Die große Frage des Workshops war daher: Soll die Zahl der Fahrspuren reduziert werden? Denn um Platz für die Haltestelle zu schaffen, muss entweder die Straße oder der Platz sowie angrenzende Fuß- und Radwege zurückweichen.

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Übersichtsentwurf des neuen Hagenmarkts.

Das Bild ist Teil des Foliensatzes, der beim zweiten Bürgerforum vorgestellt wurde.

Die Integration einer neuen Haltestelle ohne eine Reduktion der Fahrspuren würde nicht nur die Platzfläche spürbar beschneiden (rot gekennzeichnete Fläche), sondern auch die ohnehin engen Fuß- und Radwege nördlich des Platzes empfindlich verkleinern:

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Verlust an Flächen, wenn die Spurführung beibehalten wird.

Der Rückbau von Fahrspuren lässt entlang aller angrenzenden Straßen größere Flächen freiwerden (grün gekennzeichnet):

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Fläche die frei wird, wenn Fahrspuren entfallen.

Im August 2018 haben wir die Braunschweiger Ratsfraktionen gefragt, welche der beiden Varianten des Planungsbüros Ackers sie befürworten. Die Antworten haben wir unserer Bildergalerie zusammengestellt.

Greenpeace Braunschweig fordert die Reduktion der Fahrspuren zugunsten von Fußgänger*innen, Radfahrenden,des ÖPNV und dem Naturraum auf der Platzfläche. Die Rad- und Fußwege im Bereich des Hagenmarkts sind aktuell bereits an einigen Stellen Nadelöhre. Beispielsweise an der Ecke Hagenmarkt-Apotheke,an der Hagenbrücke oder die umständliche Führung des Radwegs um die Kemenate herum. Gut ausgebaute Fuß- und Radwege sowie ein attraktiver ÖPNV sind notwendig, um den innerstädtischen Autoverkehr zu verringern und dadurch den Bedarf an Straßen zu reduzieren. Je geringer das Verkehrsaufkommen ist und je langsamer die Fahrzeuge fahren, desto mehr steigt die Aufenthaltsqualität. Dadurch kann der Hagenmarkt zu einem belebten Platz und einem nachhaltigen Verkehrsknotenpunkt werden und zum Verweilen einladen.

Wenn du dich jetzt fragst, was du tun kannst:

  • Komm zum nächsten Bürgerworkshop, rede mit und vertrete deine Meinung (der Termin ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich Anfang 2019).
  • Denk darüber nach, wie du weniger Platz im Straßenverkehr verbrauchen kannst und lass zum Beispiel häufiger das Auto stehen.

  • Tipps, wie man sich selbst helfen kann, aus der Auto-Mobilität auszusteigen, sind zu hier zu finden: https://www.braunschweig.greenpeace.de/artikel/verkehrswende