Friedenslichter für Hiroshima

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In Erinnerung an die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren setzten Greenpeace-Ehrenamtliche letzte Woche in mehr als 55 deutschen Städten ein Zeichen für Frieden und gegen Atomwaffen. Auch in Braunschweig wurde am Donnerstagabend ein Peace-Zeichen aus Kerzen angezündet und der Opfer gedacht. Damals kamen bei den beiden Atombombenangriffen mehr als 200.000 Personen ums Leben. Noch immer leiden die Menschen in der Region unter den Spätfolgen des Abwurfs.   

Mit ihrer Lichtbotschaft riefen die Ehrenamtlichen außerdem zu einer atomaren Abrüstung auf und appellierten an die deutsche Bundesregierung, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen von 2017 zu unterschreiben. Bis heute, Stand Juli 2020, haben 82 Staaten den Vertrag unterschrieben, 40 ratifiziert. Er tritt in Kraft, wenn 50 Staaten ihn unterschrieben und ratifiziert haben. Der Vertrag verbietet Staaten, Atomwaffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Außerdem untersagt er die Weitergabe, die Lagerung und den Einsatz sowie die Drohung damit.

Insgesamt befinden sich derzeit weltweit knapp 15.000 Atomwaffen im Besitz der neun Atomwaffenstaaten. Dazu zählen, offiziell durch den Atomwaffensperrvertrag (NPT) anerkannt, Frankreich, China, Großbritannien, Russland und die USA. Doch auch Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan, die nicht Mitglieder des Vertrags sind, besitzen zahlreiche Sprengköpfe. 93 Prozent der Atomwaffen gehören zu beinahe gleichen Anteilen den USA und Russland. Frankreich verfügt – inklusive der Atom-U-Boote – über 320 Sprengköpfe; Großbritannien über 215. Außerdem haben US-Streitkräfte noch etwa 100 bis 200 US-Atombomben in Europa stationiert. Grund für die Lagerung ist die nukleare Teilhabe der NATO, unter der US-Atomwaffen in fünf NATO-Staaten – darunter auch Deutschland - außerhalb der USA aufbewahrt werden.

Laut Experteneinschätzungen lagern derzeit 20 US-amerikanische Atombomben auf dem Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel, die im Kriegsfall von deutschen Piloten in ihr Einsatzgebiet geflogen werden sollen. Ihre jeweilige Sprengkraft beträgt das mindestens Zehnfache der Hiroshima-Bombe. Neben Büchel gibt es den Luftwaffenstützpunkt Nörvenich und den US-Standort Ramstein, die über die Infrastruktur für Atombomben verfügen. Durch die Geheimhaltungspolitik der Bundesregierung ist aktuell nicht hundertprozentig auszuschließen, ob noch an anderen Standorten in Deutschland Atomwaffen gelagert werden.

Ein Atomkrieg würde global drastische Notstände unschätzbaren Ausmaßes auslösen. Deshalb fordert Greenpeace die Bundesregierung dazu auf, die nukleare Teilhabe zu beenden und die in Deutschland liegenden Atomwaffen dauerhaft zu entfernen. Laut einer aktuellen Greenpeace-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar würden 83 Prozent der Menschen in Deutschland diese Maßnahme begrüßen. Wegen der derzeit stattfindenden Diskussionen über den Kauf neuer Atomwaffenträger, die die Tornados der Luftwaffe ersetzen und hier liegende Atombomben transportieren sollen, setzt sich Greenpeace auch gegen den Kauf neuer atomwaffentragfähiger Kampfbomber ein. Deutschland kann jetzt einen glaubwürdigen Beitrag für eine atomwaffenfreie Welt leisten, indem die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet und ratifiziert und damit endgültig auf Atomwaffen und deren Einsatz von deutschem Boden aus verzichtet.

Petition zum Atomwaffenverbotsvertrag:

 

Das Greenpeace-Friedensmanifest unterschreiben:

 

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